Geplante Ausstellungen

Oktober 2017
Indigene Kunstschaffende Costa Rica & Appenzeller Kulturgut
Mäddel Fuchs, Fotograf, Gais
Vernissage: Samstag, 28. Oktober 2017, 17h Malek

Maleku, Costa Rica

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Die ausstellenden Maleku Rosa Álvarez, María Lilian Silva,Hazel Blanco, Leticia Morales,Betty Reyes und Nelson Mejía entspringen einem Zweig der Chibchas und repräsentieren mit ihrer Kunst mehrere indigene Kunstschaffende aus dem indigenen Volk der Maleku in Costa Rica. Das Reservat zählt noch ca. 600 Bewohner.

Die Gegend der Maleku beinhaltete vor der spanischen Besiedelung im Westen den Rincon de la Vieja, schloss den Vulkan Arenal zum Süden und den Rio Celeste als heilige Aufstellungsorte mit ein. Die Maleku haben ihre eigene Sprache und pflegten bis anhin ihre handgefertigte Souvenirkunst. Ihre Mythen und Familiengeschichten wurden bisher von einer Generation an die übernächste weiter gegeben. Eine ausgesuchte Person pro Familie wurde in die Mythen und Geschichten eingeweiht. Sie wurden und werden gehütet wie ein kostbarer Schatz. Leider gingen dabei Informationen verloren.

Kunstassistenten Victoria Acedo, Manuel Zuñiga, der bereits bekannte Franklin Zuñiga und die Galeristin, Kunst-, Mal- und Farbtherapeutin Nicole Tolle haben mitgeholfen, indigene Geschichten im Reservat zu erhalten, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Erinnerungen wurden authentisch in farbige Geschichten umgesetzt oder in eine Skulptur geformt. Dank der Einwilligung der Stammesältesten und mit der Hilfe der Schweizer Stiftung Edunamica ist nach zwei Jahren Arbeit und Förderung in künstlerischen Techniken eine Ausstellung in der Nationalgalerie in San José realisiert worden. Dank der starken Verbindung der Galeristin zwischen Costa Rica und der Schweiz präsentiert nun die Galerie Tolle – Art & Weise eine aussergewöhnliche Ausstellung im Austausch zwischen der indigenen Kultur der Maleku aus Costa Rica und dem Appenzeller Brauchtum der Silvestercläuse aus der Schweiz. Beide Kulturen werden einander gegenübergestellt.

13 Malekus repräsentieren den indigenen Stamm mit Ihrer zeitgenössischen indigenen Kunst. 6 von den 13 Künstler/innen werden in die Schweiz eingeladen und teilen mit uns ihre wertvollen, indigenen Bräuche, Traditionen und Geschichten. Allen Kunstschaffenden ist es ein Herzensanliegen Geschichten im Andenken und Respekt an Ihre Vorfahren weiterzugeben, um sie zu erhalten.

In dieser Ausstellung wird einerseits magisches Denken gezeigt und andererseits Ursprünge von Kulturen erforscht und durch Kunst und Austausch fassbarer gemacht. Besucher werden sensibilisiert, Familiengeschichten weiterzugeben und ungewohntes Wissen über Bräuche über Generationen weiterzugeben.

Folgende Malekus repräsentieren weitere Kunstschaffende aus dem indigenen Stamm, welche vertreten sind mit ihren Werken und ihrem zeitgenössischen Kulturgut.

Ausstellende

  • Rosa Álvarez
  • María Lilian Silva
  • Hazel Blanco
  • Leticia Morales
  • Betty Reyes
  • Nelson Mejía

Mäddel Fuchs

Gekürzter Text von Peter Weber aus „Hag um Hag“

„Der Schattenfuchs, ganz Auge, kommt immer mit dem Schnee. Sobald es geschneit hat, sobald das frische Weiss ausliegt, kann er bei seiner Pirsch beobachtet werden.(…)Er streift über Kuppen, er zeigt sich am Rande intensiv bewirtschafteter  Flächen – in den Wintermonaten dürfen sie ruhen und lassen sich begehen. (…)Die Dämmerung malt ihn mit, er wirft einen langen Schatten, und in diesem Schatten hat sich sein zum Schwänzchen  gebundenes Haar in einen Schweif verwandelt. Der Schattenfuchs liebt das Elementare. Der flach besonnte Schnee ist seine Leinwand. Nur im Winter kann er die sterbenden Zäune beseelen. Dabei geht es ihm um die Verwandlung des Zauns in den lebendigeren Hag.(…)
Er darf sich ihnen nur aus bestimmten Winkeln nähern, seine Spuren und sein eigener Schatten dürfen nicht aufs Bild. (…)Pfähle und Latten: Sie erzählen von der Besiedelung, von Familien, von Männern in den Hängen, von Wild, Zahm und Eigen. Der Schattenfuchs kennt graublaue Schliche, führt seine Gäste nach Hundwil zu einem Bauernhof, wo in der Frühe die schönen Silverchläuse auf die wüsten treffen werden. Vordämmerung bei klarem Himmel, Januar. Schläge einer Kirchglocke , Schwebungen, aus der Ferne Geschell. Es liegt viel geschlagenes Holz neben der Strasse, grob sortiert, entastete Stämme, Asthaufen, Stauden für den Kachelofen. Der Boden ist seit Wochen gefroren, Schleifspuren aus den Wäldern. Auf dem Weg zu besagtem Hof entdecke ich den Urhag: Eine Bäumchenhecke, aus dem Nadelwald kommend und langsam in einen Hag übergehend.(…)
Das Bauernhaus wird von einem Hund bewacht. Er ist der lebendigste Hag. Ein Hofhund schläft meistens und erwacht plötzlich zu höherer Hektik. Er empfängt die Besucher bellend. Zwischen Haus und Garage erleben wir die Verwandlung der Bauern, Gewerbetreibenden, Beamten in schöne Chläuse. Ihre Kopf-Aufbauten sind so gross und so zerbrechlich, dass sie nicht ohne Hilfe  aufgesetzt werden können. In den prächtigsten sind Miniaturen  sennischen Lebens zu sehen, samt Vieh und Maschinen und Bläss, alle Kleinstzäune intakt. Die Sonne hält sich hinter dem Horizont, mit den ersten Gesängen hellt sich der Himmel auf, die Wipfel der höchsten Tannen auf den Hügeln gegenüber färben sich von oben her ein, Spitzen gelbgrüner Pinsel. Wir stehen in der Kälte, die schönen Chläuse singen singen sich warm, die wüsten werden erwartet. Wir hören sie, bevor wir sie sehen. Scheppern, bellende Hunde. Waldrandbewegungen, sie kommen aus den Büschen, lebendige Sträucher, und was sie ausgeheckt haben, zeigen sie jetzt: Zum Fürchten. Sie bringen Waldfinsternis  ans Haus. Der Schattenfuchs wird vom allerwüstesten Chlaus gegrüsst, blutender Fichten-Irokese, verwachsenes Halbhorn. Er trägt einen toten Fuchs um die Schulter. Fachgespräche zwischen Schattenfuchs und Fuchsgott, beide flüstern. Dann singen Schön und Wüst zusammen schön. Wir erleben die Geburt des Schönwüsten aus dem Geiste der Graadhebens.”

 

Biographie

– Lehr- und Experimentierjahre zwischen Hörsaal, Politdemos, Flower Power und unzähligen Gelegenheitsjobs
– ab 1975 Konzentration auf die Fotografie; Rückkehr ins Appenzellerland anfänglich eher zufällig, doch sehr bald aus ganzem Herzen
– ausgedehnte Reisen in alle Welt
– 1982 – 1987 freie Mitarbeit an der Beilage „Wochenende“ in der NZZ
– etabliert sich als freier Fotograf, Einzel- und Gruppenausstellungen

– 1976  fotografische Begleitung des 3 tägigen Kunst- und Künstlertreffens
„Aktion Blumenhalde“, Aarau
– 1985  erster Bildband „Appenzellerland“, Fretz Verlag (vergriffen)
– 1994  „Eggbühl“, Architekturdokumentation(Verwaltungsgebäude Fides Trust)
– 1995  „Machen lassen“, Kinderkreativität  im Rahmen der Kulturtage Herisau
Dokumentation, Typotron Verlag
– 1996  „Sichtbar“, Dokumentation eines Kunstprojekts im KunstRaum Romanshorn
VGS, Verlagsgemeinschaft St.Gallen
-1997 „Identität“,  Land Art Kunstprojekt mit Roswitha Merz und Elisabeth Keller,
Leporello, Typotron-Verlag
– 1998  Bildband  „ Appenzeller Viehschauen“ , Typotron-Verlag
– 1998  „Andalusien im Appenzellerland“, Ein Fest auf dem Äusseren Sommersberg
Typotron-Heft Nr. 17
– 2000  Bildband   „ Die Frau, die Kuh, der Weg“
Der Zementplastiker Ulrich Bleiker,
Appenzeller Verlag (vergriffen)
– 2001  Bildband   „  Chome gaad“
Der Hausierer Arthur Zünd,  Appenzeller Verlag
-2002  Kulturpreis der UBS Kulturstiftung
-2003  Kulturpreis der Dr. Dr. hc Margrit Bohren Stiftung, zusammen mit
Amelia Magro und Herbert Maeder
– 2004  Bildband  „  Con Triana“
Romería del Rocío – die grösste Wallfahrt Andalusiens,
Appenzeller Verlag
-2004  Mitarbeit an „Die Bauernhäuser beider Appenzell“, Schweizerische
Gesellschaft für Volkskunde, Appenzeller Verlag
– 2004  Ausgestaltung des gesamten Hotelbereichs des Hotel Hof Weissbad
mit S/W Silbergelatine-Baryt Fotos.

– 2006  Co-Leitung der Ausstellung „Rüef de Bruune“
– 2006  Co-Leitung der Ausstellung „Heuen“ im Volkskundemuseum Stein
– 2007  Kunst am Bau UBS Filiale Heiden
– 2007  Kunst am Bau Nova Werke, Effretikon
– 2007  Naturmuseum  St. Gallen, „Viehschau im Museum“
Mitarbeit und Ausstellung
– 2010 Initiator und Mitorganisator der Ausstellungsreihe „BERGE, MENSCHEN,
KULTURRÄUME – Herbert Maeder“ in:
– Appenzeller Brauchtumsmuseum Urnäsch
– Appenzeller Volkskunde-Museum Stein
– Museum Appenzell
– Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen
– 2010  Bildband „Hag um Hag“, Bilger Verlag
– 2016  Bildband „Appenzeller Welten, 415,4 m² im Universum“
mit Coautor Albert Tanner, Verlag Hier und Jetzt


2018

  • Mai/Juni: Regula Irniger und Hannes Irniger

Die Galerie-Tätigkeit wird per  Ende Juni 2018 aufgegeben, weitere Aktivitäten finden im Atelierhaus statt.