Geplante Ausstellungen

Oktober/November 2017 im Dorf 11, Rehetobel

Mäddel Fuchs, Hawi Naira Casteñeda Willca aus Costa Rica, Margarita Lázaro, Boruca aus Costa Rica, Maleku aus Costa Rica,

  • Vernissage: Samstag, 28. Oktober 2017, 17 Uhr
    Ansprache: Fredi Stricker Regierungsrat AR, Departement Bildung und Kultur
  • Begegnung mit heimischem Kulturgut: Sonntag, 19. November 2017 14.30 Uhr
    Anlass mit dem Fotografen Mäddel Fuchs & Fredi Stricker & den Erzählungen eines Schuppels

Maleku, Costa Rica

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Magisches Denken und Ursprüngliches aus der Kultur der Maleku, einem indigenen Zweig, bekommt einen respektvollen Platz. Der Galeristin  Nicole Tolle, den indigenen Kunstschaffenden und den einwilligenden Stammesältesten ist es ein Herzensanliegen, liebevoll gehütete, kulturelle Erinnerungen im Andenken und Respekt an die Vorfahren in Kunst öffentlich auszudrücken und zu zeigen. Letztes Jahr fand die von Nicole Tolle und der Schweizer Stiftung Edunámica lancierte Ausstellung der Maleku sehr hohen Anklang im Nationalmuseum von Costa Rica, begleitet von der Schweizer Botschafterin. Die Mythen und Familiengeschichten der Maleku wurden bisher von einer Generation an die übernächste Generation weitergegeben an sehr ausgewählte Familienmitglieder. Das magische Denken wurde gehütet wie ein kostbarer Schatz. Diese Ausstellung trägt dazu bei, Mythen und indigene Geschichten nicht zu verlieren und diese als Teil der Costa Ricanischen Kultur zu erhalten.

Die Galeristin, Farb- und Kunsttherapeutin Nicole Tolle leitete zusammen mit Vicky Acedo, Manuel und Franklin Zuñiga und der Stiftung Edunámica das Kunstförderungsprojekt im Reservat der Maleku, deren indigene Gemeinschaft noch 600 Einwohner zählt. Die Gegend der Maleku beinhaltete vor der spanischen Besiedelung im Westen den Vulkan Rincon de la Vieja, schloss den Vulkan Arenal zum Süden und den Rio Celeste als heilige Aufstellungsorte mit ein.

Die Galeristin Nicole Tolle lädt sieben indigene Maleku zur Vernissage ein, welche die ganze Maleku-Gruppe vertreten:

  • Rosa Álvarez
  • María Lilian Silva
  • Hazel Blanco
  • Leticia Morales
  • Betty Reyes
  • Nelson Mejía
  • Eugenio Alvarez

Weitere kunstschaffende Maleku sind an der Ausstellung vertreten: Ana Lorena Gómez, Carajaca Quiterrisuf Lacayo, María Marta Quirós, Floribeth Elizondo, Marcela Quirós und Carolina Elizondo.

Vertreten in der Ausstellung ist eine Maske der respektierten, indigenen Anführerin des Boruca-Stammes Margarita Lázaro. Diese Maske wird in den Diablitos-Zeremonien verwendet. Margarita Lázaro beschäftigt sich seit über 35 Jahren mit den kulturellen Bräuchen der Boruca und hat unzählige  künstlerische Projekte ins Leben gerufen. Ihren Unterhalt verdient sie als Weberin.

Hawi Naira Casteñeda Willca, Fotografin Costa Rica

 

Hawi Naira Casteñeda Willca dokumentiert mit ihren Fotografien das indigene Brauchtum der Diablitos aus dem Territorium der Borucas in Costa Rica. Die Fotografin Hawi Naira Casteña Willca verbindet immaterielles, indigenes Kulturerbe mit der Nationalität Costa Ricas unter dem Einfluss der spanischen Eroberung.

Biografie

Hawi Castañeda wurde 1993 in San Jose, Costa Rica geboren. Sie wurde sensibilisiert in indigenen Überlieferungen aus der Andenkultur, weil Ihre Eltern aus Peru und Bolivien stammen. Sie schloß Ihr Studium ab in Anthropologie an der Universität von Costa Rica. Dabei lenkte sie den Fokus auf die dokumentarische Fotografie, auf Grafik-Design und auf eine Kombination von Bildsprache und Forschungs- und Sozialmanagement. Ihre fotografische Tiefe und ihren Blick für indigene Themen hat sie bewiesen in Costa Rica, Bolivien, Peru, Panama und Guatemala. Sie versteht es Themen von nationalem Interesse und immateriellem  Kulturerbe mit der Umwelt zu verbinden.
Im Jahr 2015 gründete sie die Zeitschrift U-Sûre, das ist eine anthropologische Studentenzeitschrift verbunden mit Text, Bild und Kunst. Im dokumentarischen Kino hat zwei Kurzfilme über die bäuerliche Landwirtschaft in Panama und über das Leben eines Barbiers als Nicaraguaner in der Stadt San Jose gedreht.

Mäddel Fuchs

Mäddel Fuchs zeigt mit seinen Fotografien das heimische Brauchtum des Silvesterklausens aus dem Appenzellerland.

Gekürzter Text von Peter Weber aus „Hag um Hag“

„Der Schattenfuchs, ganz Auge, kommt immer mit dem Schnee. Sobald es geschneit hat, sobald das frische Weiss ausliegt, kann er bei seiner Pirsch beobachtet werden.(…)Er streift über Kuppen, er zeigt sich am Rande intensiv bewirtschafteter  Flächen – in den Wintermonaten dürfen sie ruhen und lassen sich begehen. (…)Die Dämmerung malt ihn mit, er wirft einen langen Schatten, und in diesem Schatten hat sich sein zum Schwänzchen  gebundenes Haar in einen Schweif verwandelt. Der Schattenfuchs liebt das Elementare. Der flach besonnte Schnee ist seine Leinwand. Nur im Winter kann er die sterbenden Zäune beseelen. Dabei geht es ihm um die Verwandlung des Zauns in den lebendigeren Hag.(…)
Er darf sich ihnen nur aus bestimmten Winkeln nähern, seine Spuren und sein eigener Schatten dürfen nicht aufs Bild. (…)Pfähle und Latten: Sie erzählen von der Besiedelung, von Familien, von Männern in den Hängen, von Wild, Zahm und Eigen. Der Schattenfuchs kennt graublaue Schliche, führt seine Gäste nach Hundwil zu einem Bauernhof, wo in der Frühe die schönen Silverchläuse auf die wüsten treffen werden. Vordämmerung bei klarem Himmel, Januar. Schläge einer Kirchglocke , Schwebungen, aus der Ferne Geschell. Es liegt viel geschlagenes Holz neben der Strasse, grob sortiert, entastete Stämme, Asthaufen, Stauden für den Kachelofen. Der Boden ist seit Wochen gefroren, Schleifspuren aus den Wäldern. Auf dem Weg zu besagtem Hof entdecke ich den Urhag: Eine Bäumchenhecke, aus dem Nadelwald kommend und langsam in einen Hag übergehend.(…)
Das Bauernhaus wird von einem Hund bewacht. Er ist der lebendigste Hag. Ein Hofhund schläft meistens und erwacht plötzlich zu höherer Hektik. Er empfängt die Besucher bellend. Zwischen Haus und Garage erleben wir die Verwandlung der Bauern, Gewerbetreibenden, Beamten in schöne Chläuse. Ihre Kopf-Aufbauten sind so gross und so zerbrechlich, dass sie nicht ohne Hilfe  aufgesetzt werden können. In den prächtigsten sind Miniaturen  sennischen Lebens zu sehen, samt Vieh und Maschinen und Bläss, alle Kleinstzäune intakt. Die Sonne hält sich hinter dem Horizont, mit den ersten Gesängen hellt sich der Himmel auf, die Wipfel der höchsten Tannen auf den Hügeln gegenüber färben sich von oben her ein, Spitzen gelbgrüner Pinsel. Wir stehen in der Kälte, die schönen Chläuse singen singen sich warm, die wüsten werden erwartet. Wir hören sie, bevor wir sie sehen. Scheppern, bellende Hunde. Waldrandbewegungen, sie kommen aus den Büschen, lebendige Sträucher, und was sie ausgeheckt haben, zeigen sie jetzt: Zum Fürchten. Sie bringen Waldfinsternis  ans Haus. Der Schattenfuchs wird vom allerwüstesten Chlaus gegrüsst, blutender Fichten-Irokese, verwachsenes Halbhorn. Er trägt einen toten Fuchs um die Schulter. Fachgespräche zwischen Schattenfuchs und Fuchsgott, beide flüstern. Dann singen Schön und Wüst zusammen schön. Wir erleben die Geburt des Schönwüsten aus dem Geiste der Graadhebens.”

Biographie

– Lehr- und Experimentierjahre zwischen Hörsaal, Politdemos, Flower Power und unzähligen Gelegenheitsjobs
– ab 1975 Konzentration auf die Fotografie; Rückkehr ins Appenzellerland anfänglich eher zufällig, doch sehr bald aus ganzem Herzen
– ausgedehnte Reisen in alle Welt
– 1982 – 1987 freie Mitarbeit an der Beilage „Wochenende“ in der NZZ
– etabliert sich als freier Fotograf, Einzel- und Gruppenausstellungen
– 1985  erster Bildband „Appenzellerland“, Fretz Verlag (vergriffen)
– Es folgen weitere Bildbände und Arbeiten, Ausstellungen
– 2002  Kulturpreis der UBS Kulturstiftung
– 2003  Kulturpreis der Dr. Dr. hc Margrit Bohren Stiftung, zusammen mit
Amelia Magro und Herbert Maeder
– 2004  Ausgestaltung des gesamten Hotelbereichs des Hotel Hof Weissbad
mit S/W Silbergelatine-Baryt Fotos.
– 2010 Initiator und Mitorganisator der Ausstellungsreihe „BERGE, MENSCHEN,
KULTURRÄUME“


2018

Die Galerie Tolle Art & Weise präsentiert Werke von folgenden Kunstschaffenen an der Neueröffnung des Atelierhaus an der Bergstrasse 30:

  • Regula Irniger und Hannes Irniger
  • Friedhelm Braun
  • Gaby Rüegg
  • Ursula Raschèr
  • Doris Signer
  • Nicole Tolle
  • ausgewählte Werke aus der Sammlung Tolle – Art & Weise